Ein kurzer Überblick

...über die zeitgenössische rumänische Kunst nach dem Jahr 2000

Die Geschichte der Künste geht sequentiell, nach Abschnitten vor, indem sie Epochen, Richtungen und nicht zuletzt Jahrzehnte unter die Lupe nimmt. Während die Geschichte der rumänischen Kunst unter dem Mangel an Forschung und Publikationen über wichtige Epochen, die unsere visuelle Kultur geprägt haben und immer noch prägen, leidet, treffen wir innerhalb des Kulturraums der wirtschaftlich und selbstverständlich auch kulturell stark entwickelter Staaten auf eine ganz andere Situation. Wir können aufrichtig zugeben, dass das kulturelle Niveau mit dem wirtschaftlichen einhergeht. Ein zivilisiertes Land ist im Großen und Ganzen ein Land, das in den Schutz, der Förderung und den Ausbau seiner Werte investiert. Die Opferrolle zu spielen, bringt heute niemandem etwas nach mehr als zwei Jahrzehnten nach der Revolution von Dezember ’89 oder im erweiterten Kontext nach dem Fall der Berliner Mauer...
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Olivia Nițiş

 


Zwei Jahrzente Berühmtheit

In unserer Kunst könnten Jahre vergehen ohne Zeitgenossen zu haben.

Ion Grigorescu**

In groben, kräftigen Zügen könnte ein Gespräch zwischen X, zeitgenössischer rumänischer Künstler, und Y, Kunstkritiker, rumänisch oder nicht, nach zwei möglichen Szenarien verlaufen:

Szenario 1

X: Und wie gefällt es Dir?

Y: Bravo, du bist zeitgenössisch. Auf der Istanbuler Biennale habe ich zwei ähnliche Kunstobjekte gesehen, ausgezeichnet! 

Szenario 2

X: Und wie gefällt es Dir?

Y: Bravo, ich habe noch nichts dergleichen gesehen, weder in den Shows in Berlin noch in New York. Ich würde fast sagen, dass Du nicht zeitgenössisch bist, interessant ... 
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Adriana Oprea